Zuckerrohranbau – Die Schattenseiten einer süßen Pflanze

ZuckerrohranbauMan benötigt ihn für den Kaffee, den Kuchen, oder um Speisen den gewissen “Pep” zu geben. Die Rede ist von Zucker, der wie selbstverständlich in jedem Haushalt zu finden ist. Doch die Gewinnung des süßen Rohstoffes birgt ihre Schattenseiten. Vor allem der Zuckerrohranbau sorgt(e) immer wieder für negative Schlagzeilen, die Rede ist hierbei von übermäßiger Abholzung des Regenwaldes, Dumpinglöhnen und Ausbeutung, ja sogar Kinderarbeit. Zeit also, sich dem Thema “Zuckerrohranbau” einmal etwas genauer zu widmen.

Eine alte Kulturpflanze

Das Zuckerrohr stammt aus der Familie der Süßgräser und war ursprünglich in Ostasien beheimatet. Schon seit dem fünften Jahrhundert vor Christus wird aus der Pflanze der süße Stoff hergestellt. Mittlerweile wird Zuckerrohr in allen klimatisch geeigneten Regionen der Welt angebaut, vorzugsweise in Brasilien. Aus dem Zuckerrohranbau wird sowohl Bioethanol als auch der Haushaltszucker gewonnen.

Die Schattenseiten

Die Organisation CPT (Comissão Pastoral da Terra) in Brasilien beschäftigt sich schon lange mit der Problematik des Zuckerrohranbaus in Brasilien. Demzufolge haben unzählige Menschen ihre Ländereien an die Plantagen verloren haben. Meist wird die Familie dabei durch eine Miliz der Zuckerbarone gewaltsam von ihrem Land vertrieben; auch sollen schon Gewässer der Bauern vergiftet worden sein. Die nun Landlosen müssen dann für einen Dumpinglohn von wenigen Dollar pro Tag auf einer Zuckerrohr-Plantage ihr Dasein fristen.

Doch auf den Plantagen werden nicht nur Erwachsene wie Sklaven ausgebeutet. Wie Human Rights Watch bereits 2004 berichtete, müssen sogar Kinder dort arbeiten. Firmen wie Coca Cola haben indirekt von dieser Kinderarbeit profitiert, da sie den Zucker aus diesen Plantagen ankaufen. Die durch den Zuckerrohranbau derart ausgebeuteten Kinder verlieren oft Monate oder Jahre, in denen sie nicht die Schule besuchen können. Die Folge davon sind Analphabeten, die auch im Erwachsenenalter keinen Ausweg aus der modernen Sklaverei der Zuckerrohrplantagenbesitzer Brasiliens mehr finden können.


Doch auch die früher vielmals gepriesene Gewinnung von Biotreibstoff aus Zuckerrohr ist schon lange unter Verruf geraten. Die Gewinnung von Ethanol aus dem Zuckerrohranbau fällt für die Klimabilanz schlecht aus. Immer mehr Regenwald des Amazonas wird zugunsten des Zuckerrohranbaus abgeholzt. Dadurch kann der Regenwald lebensbedrohlich beschädigt werden. Der Rückgang der Gesamt-Regenwaldfläche hat inzwischen dramatische Ausmaße angenommen. Um den Zuckerrohranbau so massiv ausweiten zu können, werden weitere Kleinbauern von ihren Ländereien vertrieben. Dadurch geraten sie wiederum in die Abhängigkeit der Zuckerbarone, ein Teufelskreislauf entsteht.